Im Gespräch: Wolfgang Dampf, langjähriger 1. Vorsitzender, über die Bedeutung des Tennissports in seinem Leben, den Wandel im Club und die verschiedenen Vereinsmitglieder

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24. Juli 2018 Veröffentlicht: Samstag, 14. Juli 2018

IMG 6177Wolfgang Dampf gibt zum 01. Juli 2018 sein Amt als 1. Vorsitzender des TC  Rondorf ab. Zu diesem Anlass hat er noch einmal ausführlich über seine  langjährigen Tätigkeiten und sein Engagement im Verein gesprochen und verraten, was die schönste Momente für ihn in der Zeit als Spieler, Sport-, Jugendwart und Vorsitzender waren.

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Zu seiner Person:

Wolfgang Dampf wurde 1935 in Köln geboren und lebt seit vielen Jahren wieder in der Domstadt. Er ist Gründungsmitglied des TC Rondorf, leidenschaftlicher Tennisspieler und ist seit 2009 1. Vorsitzender des Vereins. Zuvor übernahm er bereits das Amt des Sportwart (1984-1988) und des Jugendwarts (1988-1990).

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Meike Simons: Hallo Wolfgang, danke, dass du dir die Zeit für ein Gespräch nimmst. Die meisten unserer Mitglieder kennen dich als 1. Vorsitzenden, aber du bist ja schon viel länger im Verein. Wann hast du eigentlich angefangen Tennis zu spielen?

 

Wolfgang Dampf: Ich habe angefangen zu spielen, als der Verein gegründet wurde. Viele aus der Siedlung wollten Tennis spielen, daher wurde 1973 ein Verein gegründet. Aber wirklich spielen konnten wir erst fünf Jahre später, als der Bau der ersten vier Plätze abgeschlossen war. Und um ehrlich zu sein, bin ich in den Club eingetreten, weil meine Frau gerne mit Tennis anfangen wollte. Aber dann hat es mir so gut gefallen, dass ich geblieben bin.

 

 

M. Simons: Du bist also seit der Gründung des TC Rondorf dabei. Wie waren die Anfangszeiten hier und was hat sich im Vergleich zu heute verändert?

 

W. Dampf: Ich erinnere mich noch gut an die Grundsteinlegung, die Einweihung der Plätze und natürlich an meinen Vorgänger, Herrn Heegewaldt. Was vielleicht nicht alle Mitglieder wissen: Das Holzhaus zwischen Platz 4 und Platz 5 war früher unser erstes Clubhaus. Das war eine besondere Zeit. Das beste daran war, dass man sich gar nicht verabreden musste, sondern einfach auf den Platz kam, etwas gewartet hat und dann von alleine Spielpartner gefunden hat. Es hat tatsächlich jeder mit jedem gespielt. Wir kannten uns alle gut und das war auch eine Zeit, in der wir viel gefeiert haben. Es kam sogar vor, dass der ein oder andere Schläger über die Straße geflogen ist (lacht).

Nach und nach kamen die nächsten vier Plätze hinzu und der Verein erweiterte sich auch in seiner Mitgliederzahl. Heute haben wir um die 400 Mitglieder. Es ist so, dass der Club in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Der TC Rondorf steht deswegen so gut da, weil unsere Jugendarbeit sehr gut ist. Aber es ist eben auch wichtig, an die älteren Mitglieder zu denken. Irgendwann wird jeder Hobbbyspieler (lacht). Diese Stunden morgens, in denen wir einfach entspannt spielen und danach noch bei Kaffee und Kuchen zusammen sitzen, sind wirklich schön. Und diese Mannschaften spielen ja auch noch Hobbyspiele!

Wobei die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt in den letzten Jahren auch gut geklappt hat. Unsere Mitglieder zeigen generell viel Verständnis für besondere Umstände, wie Tenniscamps oder Turniere. Meiner Meinung nach sollte man einfach nur aufpassen, dass auch die zahlenden Mitglieder, die nicht in einer Mannschaft spielen oder Jugendtraining in Anspruch nehmen, ausreichende Möglichkeiten zum spielen bekommen. Aber das muss man abwarten, wie es sich entwickelt.

 

 

M. Simons: Welche Rolle hat Tennis in deinem Leben gespielt?

 

W. Dampf: Ich habe ja relativ spät mit dem Tennisport angefangen und auch eine Pause eingelegt, nachdem ich keine Funktion mehr im Vorstand hatte. Das Segelfliegen hat mich damals begeistert, ich habe meine Pilotenlizenz gemacht und bin dann samstags und sonntags geflogen. Dann stand ich auch manchmal auf dem Tennisplatz und habe gedacht, dass gerade auch ein tolles Wetter zum fliegen wäre. Wobei es schwierig war, dieses Hobby mit meiner Familie zu vereinen. Mit meiner Frau konnte ich ja auch viel Tennis spielen. Ich habe außerdem noch beim TV Rodenkirchen Skigymnastik angeboten und eine Leichtathletikgruppe geleitet. Ich habe vieles ausprobiert; ich bin selber auch gesurft und gesegelt. Mit 30 habe ich dann noch mit Langlauf angefangen. Das war eine wirklich schöne Zeit. Danach bin ich wieder in den Vorstand und zum 1. Vorsitzenden gewählt worden. Die Aufgaben rund um den Tennisverein haben dann wieder viel Zeit in Anspruch genommen.

 

 

M. Simons: Was macht den TC Rondorf so besonders?

 

W. Dampf: Auf jeden Fall unsere schöne Anlage! Ich habe schon so viele nette Worte dazu gehört und finde wirklich, dass wir eine der schönsten Platzanlagen in Köln haben. Dann natürlich unsere große Jugendabteilung, aber auch die große Bereitschaft einiger Mitglieder, mit viel Engagement und als Ehrenamt den Club ständig zu verbessern.

 

 

M. Simons: Was schätzt du an unseren Mitgliedern?

 

W. Dampf: Die meisten Leute, die ich hier getroffen habe, waren wirklich nett. Im Großen und Ganzen und in den langen Jahren, die ich hier als Spieler oder Vorstandsmitglied verbracht habe, habe ich viele interessante Menschen kennengelernt. Die Mischung aus jungen und älteren SpielerInnen kann zwar auch zu manchen Konflikten führen, grundsätzlich belebt sie aber auch die Clubatmosphäre.

 

 

M. Simons: Fällt es dir schwer das Amt abzugeben?

 

W. Dampf: Ja, das fällt mir auf jeden Fall schwer. Aber andererseits bin ich auch etwas erleichtert. Mal sehen, was der neue Vorstand aus dem Club macht (lacht). Und ich bin ja auch nicht ganz weg! Ich möchte auf jeden Fall weiter Tennis spielen, solange ich noch kann.

 

 

M. Simons: Was war das Verrückteste und das Schönste, was dir hier passiert ist?

 

W. Dampf: Toll fand ich die Zeit, in der ich Sportwart war und die Bezirksmeisterschaften hier auf der Anlage ausgetragen habe. Es kamen immer viele Tennisspieler von verschiedenen Vereinen auf den Platz. Sonst sind mir auch Momente im Gedächtnis geblieben, in denen ich spannende Gespräche mit Mitgliedern geführt, Freunde gefunden und Trainingspartner kennengelernt habe. Und dann gab es noch die Situationen, in denen man manchmal auch etwas sagen musste, wenn es Diskussionen gab. Dabei bin ich ja eigentlich ein sehr ruhiger Mensch (schmunzelt).

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Der Vorstand bedankt sich herzlich für das außerdordentliche Engagement und die langjährige Zusammenarbeit mit Wolfgang Dampf und wünscht ihm alles Gute! 

 

(msi)